PCM Persönlichkeitstypen

Die Persönlichkeitsstruktur jedes Menschen besteht aus sechs Persönlichkeitstypen

PCM_Haus_2013Die individuelle Persönlichkeitsstruktur besteht aus sechs, verschiedenen und klar unterscheidbaren Verhaltenstypen, die Logiker, Empathiker, Beharrer, Rebell, Träumer und Macher genannt werden. Die Persönlichkeitsstruktur ist ähnlich einem sechsgeschossigen Haus geordnet. Jede Etage steht dabei für die anteilige Zeit die ein Individuum das Verhalten dieses Typs zeigt und erlebt. Dieses von „Sekunde-zu-Sekunde“ Verhalten – gekennzeichnet durch Wortwahl, Tonfall, Gestik, Mimik und Körperhaltung – kann man mit großer Zuverlässigkeit und objektiv beobachten. Zudem lassen Retest-Reliability-Studien den Schluss zu, dass sich die Persönlichkeitsstruktur nur noch selten ändert, wenn die Reihenfolge gesetzt ist.

Wer das Process Communication Model® nutzen möchte, sollte erst sein eigenes PCM Persönlichkeitsprofil (Personality Pattern Inventory) erstellen lassen. Dies geschieht mit einem Fragebogen – kein Test! – mit dessen Ergebnis dann die eigene Persönlichkeitsstruktur weiter entschlüsselt und erforscht werden kann. Das Bild eines Hauses hilft dabei die individuelle Persönlichkeitsstruktur zu visualisieren.

Das indivuelle Persönlichkeitsprofil ermittelt zudem die Energie die zur Nutzung und dem Erleben jedes „Persönlichkeits-Stockwerks“ zur Verfügung steht. Jeder Persönlichkeitstyp korreliert mit bestimmten: Charakterstärken, Führungsstilen, Kommunikationsweisen, bevorzugten Weisen die Welt wahrzunehmen, Präferenzen für das persönliche Umfeld  und Persönlichkeitseigenschaften.

Kein Persönlichkeitstyp ist besser oder schlechter, mehr oder weniger intelligent oder mehr oder weniger OK. Jeder hat Stärken und Schwächen.

Jeder von uns hat das Bedürfnis nach Orientierung an und Respektierung von Werten – wie ein Beharrer; hat etwas von der Spontanität des Rebellen; hat das Mitfühlen, den Wunsch zu helfen und die Herzenswärme eines Empathikers; hat die Fähigkeit zum logischen Denken wie ein Logiker; kann das Erlebnis ein Risiko einzugehen genießen – wie ein Macher und hat etwas von der Ruhe die ein Träumer ausstrahlt. In PCM sprechen wir deshalb nicht vom Persönlichkeitstyp eines Menschen, sondern von den Persönlichkeitstypen in einem Menschen. Auch wenn ein oder manchmal zwei Persönlichkeitstypen in uns deutlicher sichtbar sind als andere.

Die 6 Persönlichkeitstypen in uns … etwas genauer betrachtet:

Logiker

Logiker

Empathiker

Empathiker

Träumer

Träumer

Macher

Macher

Rebell

Rebell

Beharrer

Beharrer

top-thinker

Die Stärke des Charakters des Logiker Persönlichkeitstyps sind:
logisch, verantwortungsvoll, organisiert

Wenn Sie den Logiker als Basis haben:

  • kann man Ihre Aufmerksamkeit und Interesse gewinnen, wenn man eine sachliche Sprache spricht und nach Informationen fragt oder Informationen anbietet.
  • können Sie und andere besser miteinander kommunizieren, wenn Fragen gestellt werden und Informationen ausgetauscht werden.
  • benötigen Sie, damit Sie sich gut fühlen und leistungsfähig sein können, die Anerkennung Ihrer Gedanken, Ideen und Ihrer Leistung. „Gute Arbeit.“ „Tolle Idee.“ „Den Job haben Sie gut gemacht.“ Sie benötigen auch Zeitstruktur und planen gerne.
  • neigen Sie unter leichtem Distress dazu, dass Sie anderen zeigen wollen, dass Sie Dinge perfekt erledigen und delegieren dann kaum. Sie neigen dann zu vielen Details und unnötigen Einschüben in Ihren Sätzen, in der Annahme verständlicher zu sein.
    Mit zunehmendem Distress, können Sie zur Überkontrolle neigen, andere verbal angreifen und streiten dann z.B. über Zeit, Geld, Ordnung oder Sauberkeit.
  • Sie müssen zu Ihrer logischen und strukturierten Art des Denkens zurückkehren, um Ihre natürliche Leistungsfähigkeit wiederzugewinnen. Geben Sie sich selbst die Bestätigung, dass Sie einen guten Job machen, oder lassen Sie es sich von anderen bestätigen – das ist Ihr  Schlüssel zur Erholung.

Wenn Ihr stärkster Persönlichkeitstyp Logiker ist, dann werden Sie wahrscheinlich für folgende Eigenschaften geschätzt:

  • Ihr Talent zum Organisieren und detailiert planen.
  • Ihre Logik beim Strukturieren von Ideen oder Themen und Dinge schnell und klar zu erläutern.
  • Ihre Bereitschaft Verantwortung zu tragen, sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld.

Die Stärke des Charakters des Empathiker Persönlichkeitstyps sind:
mitfühlend/unterstützend, sensibel und warmherzig

Wenn Sie den Empathiker als Basis haben:

  • wird Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse durch eine warme, fürsorgliche Stimme geweckt.
  • ist Ihre natürliche Art zu kommunizieren sehr fürsorglich.
  • benötigen Sie die Anerkennung als Person, um sich gut zu fühlen und effizient zu sein. So hören z.B. gerne: „Ich bin für Dich da“, „Du bist mir wichtig“. Sie wünschen sich, dass so ohne Bedingungen als Mensch wahr- und angenommen werden. Sie brauchen ein Umfeld das Ihre Sinne angenehm berühr.
  • unter leichtem Distress werden Sie im Umgang mit anderen unbestimmt. Sie sind dann unsicher was Sie tun, denken oder sagen sollen und geben anderen den Vorzug. Sie akzeptieren ggf. auch unangenehme Situationen oder treffen unklare Entscheidungen.
  • im schweren Distress machen sie Fehler die Ihnen sonst nicht passieren, lachen über sich selbst oder agieren „dumm“, was Anfeindungen durch andere geradezu anzieht.

Wenn Ihr stärkster Persönlichkeitstyp Empathiker ist, dann werden Sie wahrscheinlich für folgende Eigenschaften geschätzt:

  • Ihre menschliche Wärme in Beziehungen, Ihre Fürsorglichkeit, empathisch zu sein, Harmonie zu schaffen und zu geben.
  • Ihre Fähigkeit zuerst zu fühlen und sich in Menschen und Dinge hineinzuversetzen indem Sie mit Ihnen fühlen.
  • Ihre Sensibilität und Ihre Fähigkeit alle fünf Sinne zu nutzen.

Die Stärke des Charakters des Macher Persönlichkeitstyps sind:
anpassungsfähig, überzeugend, charmant

Wenn Sie den Macher als Basis haben:

  • kann man Ihre Aufmerksamkeit und Interesse gewinnen, wenn man klar und direktiv mit Ihnen kommuniziert.
  • bevorzugen sie selbst einen direktiven Kommunikationsstil.
  • sind Sie besonders effizient, wenn Sie heraufordernde, schwierige oder neue Dinge tun sollen.
  • brauchen Sie Ereignisse, d.h. eine schnelle Folge aufregender Dinge, um sich gut zu fühlen und effizient zu sein. Sie mögen das hohe Energiepotential in diesen Situationen.
  • unter leichtem Distress und im Zusammenspiel mit anderen können ungeduldig sein und die anderen als zu schwach ansehen. Mit weiter zunehmendem Distress neigen Sie dazu höhere Risiken einzugehen, z.B. bzgl. Ihrer Gesundheit, der eigenen Sicherheit oder in geschäftlichen Belangen. Es ist möglich, dass Sie dann beginnen zu manipulieren um Ihre Ziele zu erreichen. Dabei denken Sie nicht an andere, überschreiten Grenzen und/oder brechen Regeln.
  • brauchen Sie eine Herausforderung oder positive aufregende Ereignisse um wieder positiv motiviert sein und Ihre natürliche Leistungsfähigkeit wiederzugewinnen.

Wenn Ihr stärkster Persönlichkeitstyp Macher ist, dann werden Sie wahrscheinlich für folgende Eigenschaften geschätzt:

  • Ihren Charme, ein Resultat Ihrer direkten Art der Kommunikation und Ihrer wohlplatzierten Komplimente. Auch wenn man Sie gelegentlic als taktlos erlebt, sind Sie doch ein gern gesehener und angenehmer Begleiter.
  • Ihr besonderer Ideenreichtum und Ihre Leistungsbereitschaft und Ihre Fähigkeit sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen zu lassen. Sie machen einfach immer weiter.
  • Ihre Fähigkeit sich immer an neue Situationen und Rahmenbedingungen anzupassen. Sie mögen Veränderung und hassen Routine

Die Stärke des Charakters des Beharrer Persönlichkeitstyps sind:
engagiert, gewissenhaft, aufmerksam

Wenn Sie den Beharrer als Basis haben:

  • sollte Ihr Gesprächspartner mit Fragen und den Austausch von Meinungen und Werten mit Ihnen kommunizieren um Ihre Aufmerksam und Interesse zu erreichen.
  • ist es wichtig, dass Ihre Überzeugungen gesehen werden: „Ich bewundere Sie.“, „Ich schätze Ihre Meinung“, „Was sollten wir Ihrer Meinung nach tun?“. Und auch Ihr Engagement sollte gesehen werden: „Gute Arbeit.“ „Toller Beitrag.“ „Auftrag gut gelöst.“ – dann fühlen Sie sich gut und sind leistungsfähiger.
  • unter leichtem Distress sehen Sie eher die Fehler als die positiven Ergebnisse; wenn der Distress zunimmt, neigen Sie dazu Überzeugungskampagnen zu starten, besonders misstrauisch und rechthaberisch: „Meine Auffassung ist die einzig richtige.“
  • Sie brauchen Vertrauen zu den Menschen mit denen Sie kommunizieren, um zu Ihrer natürlichen Leistungsstärke zurück zu finden.

Wenn Ihr stärkster Persönlichkeitstyp Beharrer ist, dann werden Sie wahrscheinlich für folgende Eigenschaften geschätzt:

  • für Ihre Fähigkeit zu beobachten und Ihre Ansichten und Beurteilungen zu bzw. von Situationen und Personen darzulegen.
  • Ihre Gewissenhaftigkeit im Beruf und Privatleben. Viele schätzen Ihre Haltung und ethischen Ansichten.
  • Ihren Einsatz für die Belange z.B. einer Partei, Ihres Unternehmens oder Organisation, etc.  und Ihre Beharrlichkeit bzgl. Ihrer Ideale, Prinzipien und Werte.

Die Stärke des Charakters des Träumer Persönlichkeitstyps sind:
ruhig, phantasievoll und nachdenklich

Wenn Sie den Träumer als Basis haben:

  • kann man Ihre Aufmerksamkeit und Interesse gewinnen, wenn man klar, eindeutig und direktiv mit Ihnen kommuniziert.T
  • reagieren Sie nicht offen. Wenn es notwendig ist nehmen Sie sich Zeit für eine kurze Antwort.
  • benötigen Sie ggf. einen Anstoß von außen um Dinge zu tun und Sie warten darauf, dass andere zuerst den Kontakt mit Ihnen aufnehmen.
  • brauchen Sie Zeit für sich und Raum zum Nachdenken und zur Selbstreflektion, um sich gut zu fühlen und Leistungsfähig zu sein. Es kann auch sein, dass Sie in langen Meetings oder Diskussionen innerlich „abtauchen“. Das ist Ihre Fähigkeit schwierige Situationen zu überstehen.
  • im leichten Distress neigen Sie dazu passiv abzuwarten, darauf vertrauend, dass die Zeit das Problem lösen wird. Wenn der Distress wächst, ziehen Sie sich möglicherweise zurück und bringen die angefangene Arbeit nicht zu Ende.
  • benötigen Sie Zeit des Alleinseins um Ihre natürliche Leistungsfähigkeit wiederzugewinnen.

Wenn Ihr stärkster Persönlichkeitstyp Träumer ist, dann werden Sie wahrscheinlich für folgende Eigenschaften geschätzt:

  • Ihre Ruhe. Egal wie ernst die Situation ist – Sie sind in der Lage die verschiedenen Hypothesen oder möglichen Lösungen zu analysieren.
  • Ihre Fähigkeit über das Menschsein nachzudenken und zu reflektieren. Sich selbst und andere zu beobachten und keine vorschnellen Urteile zu fällen.
  • Ihre Phantasie und Vorstellungskraft um alle Hypothesen und Optionen einer Situation zu erkunden.

Die Stärke des Charakters des Rebell Persönlichkeitstyps sind:
spontan, kreativ und spielerisch

Wenn Sie den Rebell als Basis haben:

  • wird Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse durch einen lockerer und dynamischen Kommunikationsstil geweckt; Sie sprechen gerne von ‚mögen‚ und ‚nicht mögen‚ .
  • benötigen Sie die Anregung durch spielerischen Kontakt und regelmäßige Wechsel von Situationen und Kontakten um sich gut zu fühlen und leistungsfähig zu sein. Ihre erste Reaktion ist oft ein ‚mag‘ oder ‚mag nicht‘ das aus dem „Bauch“ kommt.
  • unter leichtem Distress neigen Sie im Umgang mit anderen dazu Dinge misszuverstehen und sagen Dinge wie „hä? Check ich nicht“ oder „keien Ahnung“. Dinge können Ihnen dann langweilig und kompliziert erscheinen. Mit zunehmendem Distress schieben Sie Verantwortung auch gerne mal anderen zu.
  • brauchen Sie den leichten, ungezwungenen, spielerischen Kontakt mit anderen. Mit Blödeleien oder Lachen können Sie Ihre Leistungsfähigkeit zurückgewinnen.

Wenn Ihr stärkster Persönlichkeitstyp Rebell ist, dann werden Sie wahrscheinlich für folgende Eigenschaften geschätzt:

  • Ihre Kreativität: Sie können Lösungen finden, wo andere nur Probleme sehen.
  • Ihre Fähigkeit eine langweilige Aufgabe zu einem Spiel zu machen.
  • Ihre Spontanität, ein Quell positiver Energie zu sein und Ihre Begeisterungsfähigkeit.

Wie man Donald Trump führt: Teil 2, Machern Unterstützung geben

Ein Blog unseres Kollegen Dr. Nate Regier:

Im ersten Teil dieses zweiteiligen Blogs habe ich erörtert, warum ich Präsident Trump nicht für verrückt oder geisteskrank halte. Er ist im Distress. Ich habe gezeigt, dass die Beobachtung mit dem Process Communication Model® (PCM) sehr genaue Voraussagen über sein Verhalten und seine Persönlichkeit liefert. PCM ist ein leistungsfähiges Verhaltens- und Kommunikationsmodell. Es hat schon bei der NASA, einem früheren US-Präsidenten und den Pixar-Filmstudios die Kommunikationkompetenz und Leadership gesteigert – um nur einige zu nennen.

Der erste Schritt zu einer effektiveren Leadership-Strategie, ist das Bewusstsein für die positiven Eigenschaften, die psychischen Bedürfnisse (Motivatoren) und das vorhersagbare Distressverhalten. Schritt zwei ist die Anpassung des „WIE“ unserer Kommunikation an die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen, um positiv zu motivieren und ungesundes Distressverhalten zu reduzieren.

Wie ich im ersten Teil beschrieben habe, ist es offenkundig, dass der Persönlichkeitstyp des Machers bei Donald Trump besonders stark ist.

Er wird Aufregung und Nervenkitzel und Aufmerksamkeit bekommen. Wenn er es nicht auf positive Weise bekommt – indem er Erfolge zum Wohle Amerikas erzielt, wird er es negativ bekommen, indem er Konflikte (Drama) schürt.

Wie man Trump helfen kann erfolgreich zu sein

Es gibt viele kluge, besonnene, erfahrene Leute in Trumps Reihen, die alle versuchen herauszufinden wie man ihn leiten kann. Hier sind einige Tipps wie man Macher unterstützen kann erfolgreich zu sein, indem man ihre Stärken bedient.

  • Gebt ihm aufregende Herausforderungen: Macher sind begeistert von rasanten, aufregenden, riskanten Herausforderungen, besonders wenn andere sie für unmöglich halten. Das ist vermutlich der Grund, warum er die Grenzmauer [zu Mexiko] so mag. Stellen Sie sich vor, man würde dieses Projekt durch etwas vergleichbar teures und herausforderndes ersetzen, was dem Land aber mehr Nutzen bringen würde. Also aufgepasst Kongress! – anstatt Widerstand, versucht es mit austauschen!
  • Gebt im Spezialaufgaben: Macher lieben Spezialaufgaben, wie Verhandlungen, Geschäfte machen und „die Situation retten“. Der frühere Präsident Bill Clinton weiß alles darüber. Er war ein begeisterter Fan von PCM und nutze es jeden Tag.
  • Deutliche und ernsthafte Anweisungen geben: Ironischerweise, respektieren Macher das, auch wenn sie es vorziehen der Größte und der Anführer zu sein.  Einzige Bedingung – es muss Trump gut aussehen lassen. Und Anweisungen die sein Ego oder Image verletzen werden sofort gerügt. Am besten lassen Sie es so aussehen, als ob es seine Idee gewesen wäre.
  • Als erster Verhandlungen führen und (Vor-)Verträge machen: Die Gesetzesmacher sind von Trump frustriert. Anstatt ihn zu kritisieren, kann man ihn motivieren zu verhandeln, Abschlüsse zu machen und andere Deals einzugehen die ihn gut aussehen lassen und die Gesetzgebung gleichzeitig voran bringen. Typisches Beispiel: die Demokraten haben mit Trump einen Deal zur Anhebung der Schuldenobergrenze ausgehandelt und haben den Opfern des Hurrikan Harvey damit Entlastet.

Die Washington Post berichtete unter Berufung auf eine inoffzielle Aussage eines Teilnehmers des Meetings: „Trump war im »deal-cutting mode«.“

ChuckChuck Schumer, Fraktionsführer der Demokraten im Senat und NancyNancy Pelosi, Fraktionsführerin der Demokraten im Repräsentantenhaus wollen sehen, dass etwas passiert – und das will ich auch!“ – Präsident Trump

  • Schreibt Reden die ihn motivieren: Der Vorteil, die vorverfassten Reden die Trump hält halten sein Distressverhalten unter Kontrolle. Der große Nachteil – sie enthalten nichts was ihn motiviert. Das Endergebnis ist ein Macher dessen Frustration und Distress mit jeder Rede steigt. Seine Redenschreiber können die Grundlage schaffen, in dem sie [ihm] wohltuende Macher-Ereignisse in seine Reden verpacken, sonst wird er aus seinem stärksten Persönlichkeitstyp heraus immer wieder „den Laden aufmischen“. Die wohltuende Erregung etwas positives zu sagen und dabei ein größeres Publikum zu erreichen kann eine echte Bedürfnisbefriedigung sein.
  • Neue und andere Umfragen: Macher lieben das Lob und die Bewunderung von außen! Trump liebt Meinungsumfragen die ihn loben. Was wäre, wenn wir neue Umfragen hätten, die Trumps positiv inspirendenden Leadership Qualitäten abfragen, z.B. Macher-Qualitäten wie anpassungsfähig, charmant und überzeugend zu sein? Was wäre, wenn wir – anstatt die Missbilligung aus der Bevölkerung, oder die Loyalität seiner Befürworter zu betrachten – aktuelle Umfragen hätten, die positive Dinge messen die ihm wichtig sind: Bewunderung, Glaube in sein Verhandlungsgeschick, Vertrauen darin, dass er sich jeder Herausforderung stellt? Niemand muss seine psychischen Bedürfnisse auf negative Weise befriedigen, wenn es eine positive Alternative gibt.
  • Im helfen immer, immer, immer das Gesicht zu wahren: Ob es Ihnen  gefällt oder nicht, Trump möchte gut aussehen. Die Herausforderung ist nun Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ihm ermöglichen sein Gesicht zu wahren indem er etwas zum Wohle aller tut. Egal wie, Hauptsache er bewahrt sein Gesicht. Wenn nicht, dann wird er mit seinem Distress-Verhalten zweiten Grades „den Spieß herumdrehen“.

Es geht nicht ums OB, es geht ums WIE

Trump wird Aufregung und Nervenkitzel und Aufmerksamkeit bekommen. Wenn er es nicht auf positive Weise bekommt – indem er Erfolge zum Wohle Amerikas erzielt, dann wird er es negativ bekommen, indem er Konflikte (Drama) schürt. Ob es nun unser Präsident ist, oder Ihr gestresster Macher-Chef, Sie können sich aufregen und beschweren und versuchen ihn in zu bändigen oder Sie können versuchen ihn positiv zu motivieren.

Sie sind nicht allein

Wenn das Verhalten, die Motivatoren und das Distressverhalten von Machern Sie ratlos machen, oder sogar abstoßen – Sie sind nicht allein. Macher machen nur 5% der Bevölkerung aus, da ist die Anzahl der positiven Vorbilder oder Mentoren die uns helfen könnten begrenzt.

Mein stärkster Persönlichkeitstyp ist der Macher, und ich habe 27 Jahre meines Lebens im ersten und zweiten Grad Distress verbracht, bevor ich den Entschluss fasste diese Belastung hinter mir zu lassen. Fragen Sie meine Eltern, meine Freunde, meine Lehrer, meine Coaches und meine Chefs und Sie werden Ihnen erzählen wie schwer es war mich großzuziehen, auszubilden und zu coachen. Die Strategien die ich oben genannt habe hätten Wunder bei mir gewirkt. Wenn ich zufällig positive Wege fand meine Batterien aufzuladen (z.B. bei Tenniswettbewerben), war ich „im Himmel“. Aber die meiste Zeit stand mir niemand zur Seite der wusste wie man (mir) helfen konnte.

PCM hat mein Leben verändert und das ist einer Gründe, warum ich Zeit und Energeie darauf verwendet habe um PCM certifying Master Trainer zu werden. Ich möchte diese ungeheuer mächtige und effektive Methode mit Ihnen teilen. Diese Methode, die negativen Distress in positive Beiträge wandeln kann und gleichzeitig die Person/Persönlichkeit wertschätzt die uns gegeben ist.

Das Original dieses Blogs unseres Kollegen Dr. Nate Regier, wurde unter dem Titel ‚How To Lead Donald Trump: Part 2, Helping Promoters Succeed‚ auf next-element.com veröffentlicht.
Copyright Next Element Consulting, LLC 2017
Übersetzung aus dem Englischen von Frank Schöfisch, key!4c

Wollen Sie etwas über Ihre Persönlichkeitsstruktur lernen? Möchten Sie lernen wie unsere Charakterstärken, unsere Kommunikation, unsere Bedürfnisse und unser Distressverhalten unsere Persönlichkeit prägen? Was halten Sie von einem Werkzeugkasten voller Kommunikationswerkzeuge um Menschen zu erreichen, zu motivieren und Konflikte zu lösen? Machen Sie den ersten Schritt – machen Sie ein Process Communication Model® Seminar oder PCM Coaching.

Wie man Donald Trump führt: Teil 1, Macher Distress verstehen

Ein Blog unseres Kollegen Dr. Nate Regier:

Jeder versucht Präsident Trump zu entschlüsseln. Eine Gruppe von Psychologen ist mit ihrer Diagnose sogar an die Öffentlichkeit gegangen.

Nach meiner Einschätzung ist Donald Trump nicht geisteskrank, nicht mal verrückt. Er ist im Distress. Er ist schon seit einiger Zeit im Distress. Höchstwahrscheinlich immer wieder – schon sein ganzes Leben, und seit er sich um die Präsidentschaft beworben hat umso häufiger. Und es scheint immer schlimmer zu werden, so dass auch viele seiner Unterstützer Bedenken haben. Diejenigen die eng mit ihm zusammenarbeiten, kämpfen mehr und mehr damit, positive Wege zu finden um sein Verhalten zu kanalisieren und ihn dabei zu unterstützen effektiv zu führen.

Ganz gleich wo wir politisch stehen, es ist entscheidend, dass wir gute Wege finden unseren Präsidenten positiv zu motivieren. Wir brauchen eine starke, positive Führung in einer zunehmend chaotischen und polarisierten Welt.

Viele Menschen denken, dass Trump unberechenbar und chaotisch ist. Aber das stimmt nicht … wenn man weiß worauf man achten muss.

Vor mehr als 40 Jahren hat der Psychologe Dr. Taibi Kahler ein Verhaltensmuster entschlüsselt, durch das Menschen auf gesunde (Kommunikation) und ungesunde (Misskommunikation) Weise miteinander interagieren. 1977 hat er für seine Entdeckung der Miniskripts den Eric Berne Memorial Scientific Award in der Transaktionsanalyse erhalten. Jene vorhersagbaren, nacheinander ablaufenden und beobachtbaren negativen Verhaltensmuster, die eine Person zeigt, wenn sie sich mit zunehmendem Distress selbst sabotiert.

Kahler entdeckte sechs unterscheidbare Miniskript Muster und konnte diese sechs unterscheidbaren Persönlichkeitstypen die wir in uns haben zuordnen. Wir haben alle einen Typ der uns besonders prägt und die anderen fünf sind nach Neigung und Stärke geordnet und bilden unsere „Persönlichkeitsarchitektur“.  Meine Beobachtung ist, das der Persönlichkeitstyp des „Machers“ und das dazugehörige Miniskript bei Donald Trump sichtbar ist.

Folgendes hat Kahler über Macher entdeckt und warum Trump dadurch berechenbar wird.

Ausgeglichene Macher

Macher leben von Ereignissen, definiert als viel Spannendes und Aufregendes in kurzer zeitlicher Abfolge. Sie lieben den Kitzel der Jagd, Geschäfte und Deals zu machen, Risiken einzugehen und ein Held zu sein. Wenn Macher nicht im Distress sind, zeigen sie folgende Eigenschaften:

  • anpassungsfähig, charmant und überzeugend
  • lieben es zu verhandeln und den Wettstreit
  • werden durch viel Aktion, Risiko und Aufregendes und Spannendes motiviert
  • hochgradig einfallsreich und unternehmerisch

Macher, auch wenn sie ausgeglichen und stressfrei sind, neigen zu diesen Schwächen:

  • mangelnde Empathie
  • auf sich selbst fokussiert und egozentrisch
  • mögen es sich ins „Rampenlicht“ zu stellen
  • ungeduldig
  • „Ready. Fire. Aim.“ – „…fertig! Schuß! … und wo war das Ziel?“

Macher im Distress: Drei Grade des Distress

Kahler hat drei Grade des Distress identifiziert. Diese werden dann sichtbar, wenn die psychischen Bedürfnisse eines Menschen nicht auf positive Weise zufriedengestellt werden. Diese unterscheidbaren Ebenen des Distress sind vorhersagbar, aufeinader fogend und beobachtbar. Distressverhalten kann chaotisch und krankhaft wirken, kann ein Problem für die Betroffenen werden. Aber nur weil jemand im Distress ist, bedeutet dies nicht, dass er verrückt ist. Hier ist die Abfolge für Macher:

Erster Grad

  • verweigert Unterstützung, die anderen sollen selbst für sich sorgen
  • sagt anderen was sie fühlen oder denken sollten, z.B. “Ihr wisst, dass es wahr ist“, “Du wirst es lieben!” oder “Du wirst keine Lust mehr haben zu gewinnen.”
  • macht es alleine, ist kein Teamspieler

Zweiter Grad

  • manipuliertates und erzeugt (negative) Konflikte
  • bricht Regeln, oder tut so als ob die Regeln nicht gelten
  • gibt anderen die Schuld für schlechte Ergebnisse, wenn es gut geht war es sein Verdienst
  • lenkt auf anderes ab, um Verantwortung zu vermeiden
  • greift diejenigen an, die ihnen ihr Verhalten spiegeln oder unter die Lupe nehmen

Dritter Grad

  • entwickelt einen extremen „Tunnelblick“ und kann Wahnhaft erscheinen
  • treibt es weiter, auch wenn die Taktik nicht funktioniert
  • ver- oder entlässt vorsorglich das Team, Familie oder Gemeinschaft, um Zurückweisung zuvor zu kommen; “Ich verlasse Euch, bevor Ihr mich verlassen könnt.“
  • fühlt sich hoffnungslos und verzweifelt

Ich bin der Ansicht, dass Trump sich während der Präsidentschaftkampagne zwischen dem ersten und zweiten Grad hin und her bewegt hat. In den ersten 100 tagen seiner Präsidentschaft sah ich ihn meistens im zweiten Grad Distress. Immer im Versuch auf negative Weise Ereignisse zu bekommen, anstatt auf positive Weise. In letzter Zeit habe ich ihn immer mal kurz im dritten Grad Distress gesehen. Sein Verhalten war selbstzerstörerischer, schien verzweifelter und vergrault mehr und mehr wichtige Verbündete auf der ganzen Welt und in seiner eigenen Regierung.

Ich fühle mich traurig und verunsichert, denn ich glaube, Trumps positive Eigenschaften haben Führungspotential, aber wir sehen sie selten. Seine Umgang mit Hurrikan „Harvey“ und jüngste Vereinbarungen mit den Demokraten, sind Anzeichen seiner positiven Macher Qualitäten.

Was können wir von Trump als nächstes erwarten?

Dritter Grad endet selten gut. Wenn sich nichts ändert, dann wird Trump ausbrennen, aber auf seine Weise. Ich sage, dass er anstatt um Hilfe zu bitten, mehr und mehr Menschen gegen sich aufbringen wird, bis er keine Unterstüzung mehr hat. Dann kann er zurücktreten und den „Spieß umdrehen“, in dem er seiner Partei und seinen engsten Verbündeten vorwirft seine Pläne behindert zu haben.

Lesen Sie meinen nächsten Artikel, in dem ich Tipps gebe, wie man Trump (und andere Macher in Ihrem Leben) führen kann, um ein effektiverer Anführer zu sein. Nur weil sie es nicht hinbekommen, heißt es nicht, dass man nichts tun kann.


Das Original dieses Blogs unseres Kollegen Dr. Nate Regier, wurde unter dem Titel ‚How To Lead Donald Trump: Part 1, Understanding Promoter Distress‚ auf next-element.com veröffentlicht.
Copyright Next Element Consulting, LLC 2017
Übersetzung aus dem Englischen von Frank Schöfisch, key!4c


Kahler hat aus seinen Entdeckungen das Process Communication Model® entwickelt (PCM). Wollen Sie etwas über Ihre Persönlichkeitsstruktur lernen? Möchten Sie lernen die sechs Miniskriptsequenzen zu erkennen? Was halten Sie von einem Werkzeugkasten voller Kommunikationswerkzeuge um Menschen zu erreichen, zu motivieren und Konflikte zu lösen? Machen Sie den ersten Schritt – machen Sie ein PCM Seminar.

Forum „Fokus Führung“ – neue Themen fordern neue Antworten

key4c_ForumFokusFührung_20160428_EinladungImpulsvorträge triggerten Fachdiskussionen, Experimentierflächen gaben Raum für persönliche Erfahrungen – das Forum Fokus Führung von key!4c brachte sie alle ins Gespräch – Personaler, Führungskräfte, Persönlichkeiten mit unterschiedlichstem Hintergrund.

Für uns bleibt stehen: Das Thema Führung bewegt, Unternehmen sind auf der Suche nach neuen Antworten und Methoden.

Personaler und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen setzen Fragezeichen hinter die Wirksamkeit klassischer Führungstools angesichts einer Marktsituation heute, die als unberechenbar und hoch dynamisch erlebt wird. Situative Führung ist der richtige Weg, Führungsleitlinien schaffen Klarheit … und es braucht mehr!

Was wollen Personaler und Führungskräfte angehen?

„Der geniale Einzelne ist selten! Und Innovationen mit Teams zu erreichen ist schwierig!“ „Wie gelingt Teamarbeit so, dass alle mitmachen?“ „Wie können wir auf die Dynamik des Marktes und agile Anforderungen reagieren?“, „Wir kriegen wir Konflikte ohne Mediator in den Griff?“, „Wir reduzieren wir innere Kündigung und Fluktuation?“, „Wie kann man Mitarbeiter motivieren, die immer nur die Probleme nennen, oder die, die immer die Schuld bei anderen sehen?“

Die Teilnehmer testeten viele Ihrer Themen auf der Experimentierfläche mit neuem Zugang und neuen Methoden aus. Besonders gefragt waren „Leading out of Drama“, „ Process Communication“, „Co-active Coaching“, „Bigger Game“.

Und das waren erlebte Takeaways:

Dr. Uta B. Nachbaur

  • Führungskräfte, die Mitarbeiter und Teams mitnehmen zeichnen sich durch etwas aus, was tiefer geht als perfektes Verhalten. Die Einstellung, mit der sie auf ihre Mannschaft und auf die Situation zugehen, macht einen Riesen Unterschied in der Wirkung.
  • Wer nicht nur auf das Was, sondern auch auf das Wie der Kommunikation achtet, kommuniziert besser und wirksamer. Und mein Gegenüber zeigt mir nonverbal, was er braucht. Das ist besonders entscheidend in Stresssituationen.
  • Frank SchöfischWirksame Führung verbindet Empathie, gemeinsame Lösungssuche und klares Rahmen Setzen. Grenzen setzen ohne Empathie ist klar und entfremdet, Empathie ohne verbindlichen Rahmen ist nett und ergebnislos. Das Zusammenspiel machts.
  • Konflikte haben viel Potenzial für kreative und innovative Lösungen.
  • Gesund Führen setzt an den Themen Sinn und Energie an.

ViVa QuadrantHaben Sie Interesse, Führung noch wirksamer zu gestalten und neue Führungsmethoden zu erleben und zu lernen? Schicken Sie uns eine Email an info@key4c.com

 

Experimentierfläche

Machtworte sind keine Konfliktlösung!

Die Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation der TH Köln hat in dieser Woche den „Streitkulturindex für Unternehmen und Organisationen in Deutschland“ veröffentlicht. Rund 40% der befragten Führungskräfte charakterisieren die Streitkultur in ihrem Unternehmen als „konstruktiv, wertschätzend und respektvoll, entscheidungsorientiert sowie offen und transparent“. Gleichzeitig sehen 78% der Befragten Fortbildungsbedarf beim Konfliktmanagement und 63% beim Kommunikationstraining für Führungskräfte(!) – nun ja, immerhin werden rund 7 von 10 Konfliktfällen von Führungskräften gelöst …

Die dunkle Seite der Streitkultur

Bedenklicher stimmen dann doch die Einschätzungen, dass 28% der Konflikte verdrängt – also nicht gelöst werden.  Dazu kommen rund ein Viertel (24%) der Konfliktfälle die durch ein Machtwort des Vorgesetzten entschieden werden.
Machen wir uns bewusst: ein Konflikt wird in der Regel durch unterschiedliche Interessenslagen, Wahrnehmungen, Bewertungen und/oder Ziele getrieben – Neid und Missgunst kommen ggf. noch erschwerend hinzu. Ein Konflikt der verdrängt, der also nicht ausgetragen und gelöst werden kann, bindet Energie und behindert Motivation bei allen Beteiligten. Meine Erfahrung ist, dass ein Streit oder Konflikt nicht aus den Köpfen und Herzen der Kontrahenten verschwindet – nur „weil nicht sein kann, was nicht sein darf“. Das Thema nimmt die Konfliktparteien weiterhin gefangen, auch wenn es dies gemäß Unternehmens-Leitbild, Policies oder informellen Verhaltensregeln nicht soll.

Die dunkle Seite der Macht

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Und beim „Machtwort„? – Nun der Begriff sagt eigentlich alles. Wer Macht ausübt, zwingt anderen seinen Willen auf. Wenn eine Führungskraft ein Machtwort spricht, dann gibt es mindestens ein Opfer. Opfer in dem Sinne, dass mindestens eine Person in diesem Konflikt ganz oder teilweise unterliegt, da sie ihr Ziel nicht durchsetzen konnte. Das Opfer nicht zu den produktivsten Zeitgenossen gehören, ist spätestens seit den Erkenntnissen von Dr. Stephen Karpmans Dramadreieck vielen Menschen bekannt. „Opfer sein“ kann sich in Frustration, mangelndem Selbstwertgefühl, Demotivation, Demoralisierung, Illoyalität, reduzierter Arbeitsleistung und -qualität ausdrücken. Damit wird auch deutlich, dass ein „Machtwort“ nicht nur Opfer unter den Mitarbeitern fordert, sondern mittelbar auch das Unternehmen schädigt.

Selbstkritische Erkenntnis der Führungskräfte

Die befragten Führungskräfte haben es in ihrer Selbstreflektion bereits formuliert – der Bedarf für ein wirkungsvolles Konfliktmanagement und effektive Streitkultur ist groß.
Es geht um Konflikte ohne Opfer und Verluste, um eine Streitkultur die auf Offenheit, Lösungsorientierung und Beharrlichkeit basiert. Gefragt sind Konfliktlösungsstrategien, die die Energie, die in den „Grabenkriegen“ negativer Konfliktbearbeitung vernichtet wird, in die Gestaltung positiver, kreativer und innovativer Lösungen umlenken.
Konflikte benötigen ein aufeinander Zugehen, ein einander Zuhören, gegenseitiges Verständnis und den Willen und die Bereitschaft eine Lösung ohne Verlierer zu schaffen.
Die Kernbotschaft für eine effektive Streitkultur lautet COMPASSIONATE ACCOUNTABILITY. Das englische Wort „Compassion“ geht dabei weit über Mitgefühl und Empathie hinaus, weil es das Bedürfnis zu Unterstützen beinhaltet. Und wer selbst verlässlich und vertrauensvoll – accountable – ist, legt die Grundlage für einen offenen, vertrauensvollen Umgang miteinander.

LOD_Logo_Verticle_ColorCompassionate und Accountable zu sein ist eine Haltung, eine Fähigkeit. Es fällt nicht immer leicht, da unsere angeborenen und erlernten Verhaltensmuster gerne quer schießen – insbesondere in Situationen hoher psychischer Belastung und fehlender Energie.
Die gute Nachricht – Sie können mit dem „Compassion Cycle“ von Leading Out of Drama Ihre Compassion Fähigkeiten und Fertigkeiten trainieren, und damit nachhaltig Ihr positives Verhalten in Konflikten stärken.

Wie gut sind Sie im Luftlesen?

… eine interkulturelle Herausforderung!

Hand aufs Herz – wie gut sind Sie im Luftlesen? Sie wissen nicht was „Luftlesen“ ist? Dann sind Sie vermutlich in einer westlichen Kultur aufgewachsen. In Asien gehört diese Kunst quasi zum Tagesgeschäft. „kuuki yomenai“ oder kurz „KY“ ist japanisch  und bedeutet: „kann nicht die Luft lesen“ und das gilt nicht gerade als Leistungsmerkmal. Wer ein „KY“ ist, erkennt nicht die Botschaft „zwischen den Zeilen“, hat kein Gespür für die Atmosphäre in einem Raum oder zwischen Menschen, oder ob ein bestimmtes Verhalten möglicherweise unangemessen ist.
Während die Kunst des „Lesens der Luft“ in den meisten westlichen Kulturen i.d.R. als persönliche Kompetenz einzelner Menschen betrachtet werden kann, ist es im asiatischen Teil unserer Welt ein wichtiger Teil der Kultur – jeder muss es können und lernt es schon von Kindesbeinen an.

Die Erfahrungen Interkultureller Kommunikation nutzen

Betrachten wir die Kommunikationsweisen westlicher und asiatischer Kulturen genauer, wird der Unterschied deutlich: während die westliche Kommunikation darauf ausgerichtet ist die Botschaft nur durch präzise, einfache und klare Worte zu übermitteln, bezieht die asiatische das Repertoire der non-verbalen Kommunikation mit ein. Es ist also nicht nur entscheidend WAS gesagt wird, sondern es ist ebenso wichtig (wenn nicht sogar wichtiger) WIE es gesagt wird. Wie ist die Körperhaltung, Mimik, Gestik, Tonfall? Welche Formulierungen werden verwendet? Auf welche Weise nimmt das Gesagte die Aussagen des Vorredners auf? Unter welchen Rahmenbedingungen findet das Gespräch statt? Der amerikanische Antrophologe E.T. Hall hat für diese 2 gegensätzlichen Kommunikationsweisen die Begriffe „low-context“ (wenig oder kein WIE)  und „high-context“ (viel WIE) für die interkulturelle Kommunikation geprägt.

Culture Map - Erin MeyerWas passiert, wenn low- und high context aufeinander stoßen? Welche Gefahren der Misskommunikation drohen?

LOW könnte HIGH als unklar, ausweichend und ggf. sogar unehrlich empfinden (weil LOW z.B. erst später realisiert, dass HIGH das Gegenteil von dem gemeint was LOW verstanden hat)

HIGH könnte LOW als unangemessen direkt und unhöflich empfinden, während er gleichzeitig versucht eine „Botschaft zwischen Zeilen“ zu erkennen, die gar nicht existiert.

Erin Meyer hat die Frage aufgeworfen, bei welchen interkulturellen Team-Konstellationen es die stärksten Missverständnisse geben könnte?

  1. 2 Personen, die aus verschiedenen low-context Kulturen kommen? (z.B. Holländer und Kanadier)
  2. 2 Personen, die aus low-context und high-context Kulturen kommen (z.B. Brasilianer und Holländer)
  3. 2 Personen, die aus verschiedenen high-context Kulturen kommen? (z.B. Brasilianer und Chinese)

Sollten Sie auf B getippt haben, liegen Sie leider – wie auch viele andere vor Ihnen – falsch. C ist die kritische Kombination. 2 Kulturen die „zwischen den Zeilen“ reden und hören, dabei aber unterschiedliche entwicklungsgeschichtliche Wurzeln haben und daher die Informationen „zwischen den Zeilen“ völlig unterschiedlich erzeugen und (miss-)verstehen.

Raus aus der Zwickmühle

FRAGE: Wie kann ich mich also aus der Zwickmühle heraus manövrieren, wenn ich ein multinationales/multikulturelles Team habe? ANTWORT: reden Sie low-context!

Die Erfahrung zeigt, dass es Angehörigen von high-context Kulturen leichter fällt, sich auf präzise und klare Worte umzustellen und diese auch selbst zu verwenden, als einem low-contexter die Kunst des „zwischen den Zeilen lesens“ zu verinnerlichen.
WICHTIG ist jedoch, dass sich alle darüber im klaren sind, dass bei low-context das „Lesen der Luft“ nur Verwirrung bringt.

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