Wenn Lehrer meine Augen nicht sehen … werde ich seltener dran genommen

von | 19. Apr 2021

Struwwelpeter (Rebel) und Lehrer Lämpel

Versuch einer Erklä­rung des Friseur-Lockdown-Phänomens …

Gestern hat mich mein Sohn mit einer frappie­renden Erfah­rung konfrontiert:

“Einen Vorteil hat es, dass ich nicht zum Friseur kann! Seit meine Haare so lang sind, dass meine Augen nicht mehr zu sehen sind, werde ich von den Lehrern nicht mehr so häufig ungewollt dran genommen!”

Mein Sohn ist Basis-Rebell  … “Ja und? sind das nicht fast alle Teenager?” werden einige jetzt vielleicht sagen. Meine Antwort: Ja vermut­lich! Aber was ich meine ist der Persön­lich­keitstyp “Rebell” wie ihn der ameri­ka­ni­sche Psycho­loge Dr. Taibi Kahler im Process Commu­ni­ca­tion Model® (PCM) identi­fi­ziert hat.

Persön­lich­keitstyp Rebell? Häh??

Wer den Persön­lich­keitstyp des Rebellen als Basis seiner Persön­lich­keits­ar­chi­tektur hat, hat für die Welt um sich herum sehr schnell ein “Bauch­ge­fühl”. Egal ob Menschen, Dinge oder Situa­tionen – der erste Eindruck zählt, und der ist beim Rebellen: “ich girl gesture confused mag!” oder “ich mag nicht!”. Und zu diesem emotio­nalen Zug gesellen sich gerne Sponta­nität, Kreati­vität und die Fähig­keit spiele­ri­scher auf die Welt zuzugehen. Auch im Kontakt darf es gerne “easy” zugehen. Im Gegen­teil, fehlt in einer Situa­tion für lange Zeit auch mal eine “lockere” Kompo­nente, dann wird das für den “Rebellen” zum echten “Energie­zieher”. Und wenn die Energie fehlt, dann ist Stress nicht weit. Die Stress­kas­kade des “Rebellen” beginnt üblicher­weise mit einem – ggf. nicht hörbaren, aber definitiv sicht­baren – “ich check gerade nichts mehr” – “Häh?”. Das ist nicht eine Frage des Intel­lekts – nein, bildlich gespro­chen stellt sich der “Rebell” bei begin­nendem Stress­ver­halten “selbst auf den Schlauch”. Und hier kommen ein Großteil der Lehrkräfte ins Spiel.

Zeigst Du mir Deinen Stress – zeigt ich Dir meinen Stress!

Es gehört eine gehörige Portion Selbst­dis­zi­plin dazu, um die eigenen Emotionen zu verbergen. Und so ist es das Schicksal der meisten “Rebellen”, dass man das “mag/mag nicht” und das stimm­lose oder stimm­hafte “Häh?” im Gesicht und vor allem an den Augen ablesen kann.
Nun lehrt uns die Statistik, dass der Anteil der “Rebellen” unter den Gymna­si­al­lehr­kräften nicht so hoch ist wie der “Rebellen”-Anteil in der Bevöl­ke­rung. Im Kolle­gium finden sich (quasi ‘qua Berufung’) vermehrt Basis-“Logiker”- und “Beharrer”-Persön­lich­keits­typen, und die 2 Typen haben es nicht so mit der Emotion. Im Gegen­teil: die Abnei­gung in den Augen oder gar das gestresste “Häh?” des “Rebellen” sind für sie die Einla­dung um in die eigene Stress­kas­kade einzu­steigen – ein nicht nur in der Psycho­logie bekanntes Verhalten.

Wenn ich Deine Augen nicht sehe – bin ich weniger getriggert

Wir alle kennen vermut­lich das Phänomen, dass sich die Vertreter des Lehrkör­pers gerne mal auf immer die gleichen “Kandi­daten einschwingen” – erlebt durch eigene “schmerz­hafte” Erfah­rung oder durch Beobach­tung. Mein Sohn zumin­dest kennt dieses Phänomen gut und weiß, was es heißt, wenn man immer dann aufge­rufen wird, wenn man am offen­sicht­lichsten nichts weiß…
Warum also nimmt die Häufig­keit dieser unerquick­li­chen Aufrufe ab, wenn die ungebän­digte Haarpracht (Corona-Lockdown bedingt) die Augen verdeckt?

Ich wage also die Annahme, dass eine Lehrkraft, mit ausge­prägtem Logiker/­Be­harrer-Persön­lich­keitstyp, weniger durch die Verhal­tens­muster des “Rebellen”-Typs ‘getrig­gert’ wird, wenn sie die Augen des “Rebellen” nicht sehen kann und damit mehr aus dem Fokus gerät.

… OK … steile These, aber denkbar!

Mehr zu PCM und Termine für Workshops und Seminare – hier auf dieser Website unter  Methoden → PCM Process Commu­ni­ca­tion Model®

 


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