“Der Klügere gibt nach” – ist nicht immer clever!

Ei zerbrochen“Der Klügere gibt nach” … Als Kind fand ich das super, war ich doch der deutlich jüngere Bruder und bekam auf diese Weise gelegentlich meinen Willen durchgesetzt.
Heute betrachte ich diese “Weisheit” mit anderen Augen.
Eigentlich muss einem ein Thema unwichtig oder fast egal sein, wenn man die eigene Idee, das eigene Ziel einfach so opfert. Ist es wirklich klüger, etwas einfach so zu übernehmen, was man im Grunde als unklug betrachtet?
Wenn uns etwas wichtig ist, uns begeistert und antreibt, wenn wir uns für etwas einsetzen, wenn wir der Auffassung sind, dass wir richtig liegen und der andere Weg falsch ist, dann setzen wir gerne unsere Energie dafür ein. Manchmal können wir andere von unserem Weg überzeugen, manchmal ergeben sich in der Diskussion völlig neue Lösungsansätze und manchmal lassen wir uns von einem anderen Weg überzeugen.
Wer jedoch vor der Auseinandersetzung unter der Vorgabe Klugheit zum Nachgeben und Aufgeben gezwungen wird, wird so in eine ungewollte Opfer-Rolle gedrängt. Dabei verpufft die Energie nicht einfach, sie findet neue Schlupflöcher und ihr Einsatz ist oft wenig zweckdienlich. Einige äußern ihre Energie und “leben ihren Frust”. Sie erzeugen damit oft ein ungesundes Betriebsklima durch offenen Pessimismus oder aktives kontraproduktives Verhalten. Andere verfallen in Demotivation, verwenden ihre Energie um ihre “Wunden zu lecken”, verlieren dadurch ihre Kreativität und Effektivität. Nichts davon ist gut.

“Konflikt ist die Kluft zwischen dem was ich erwarte
und dem was ich erlebe.”

So betrachtet wird deutlich, wie wichtig es ist Konflikte so auszutragen und die Energie in Auseinandersetzungen, im Konflikt positiv zu nutzen. Gekonnt streiten heißt die Energie aller Beteiligten auf die beste Lösung zu fokussieren und keine Opfer zu erzeugen!

Sie wollen mehr wissen? Sie möchten wissen, warum es fatal und kontraproduktiv ist, wenn ich mich in Konflikten freiwillig oder gezwungenermaßen in die Opfer Position begebe? Und warum mit Compassion “gekonnt gestritten” werden kann? – Starten Sie mit mir in das 4-teilige Webinar:  Schlüsselkompetenz Compassion – 3 Hebel für »Gekonnt Streiten«  

“Geteiltes Leid ist halbes Leid” – nur nicht im Konflikt !

Emotionen im Konflikt

“Geteiltes Leid ist halbes Leid!” – Was der “Volksmund” sagt hat meist viel Wahres. Immerhin ist es das Ergebnis langjähriger Erfahrungen. Doch wenn es um Konflikte geht, irrt die Volksweisheit.
Ja es tut gut, in leidvollen und schwierigen Situationen andere bedingungslos auf meiner Seite zu wissen. Es ist wunderbar und richtig, wenn physische Gefahr droht, ob Unwetter oder gar Hungersnot. Wenn es um handfeste Konflikte und Streit geht, können Allianzen die Situation allerdings verschlimmern, dann dreht sich die Formel und aus “halbem Leid” wird möglicherweise “doppeltes Leid”! Wie kann das sein?
Die Frage ist, welche Rolle ich im Konflikt einnehme?
Wenn ich mich in einem Konflikt als Opfer fühle und nach einer hilfreichen Allianz suche, besteht die Gefahr, dass mich mein Unterstützer in meiner Opferrolle bestärkt, die Ungerechtigkeit, Unfairness mit mir anprangert und mit mir leidet. Die Folge sind im schlimmsten Falle zwei Opfer. Der Konflikt selbst ist bestätigt und keinesfalls halbiert.
Handle ich im Konflikt als Angreifer oder Retter und dazu noch “im Duett“ mit einer Allianz, die sich auf meine Seite schlägt, dann sehe ich mich in meinem unproduktiven Konfliktlösungsansatz bestätigt und hinterlasse dabei ein doppelt-frustriertes Opfer oder finde mich im Gegenangriff wieder.
Wie man es auch dreht – im negativen Konflikt halbiert sich das Leid nie..

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